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Ein wahres Wort …

Die Stadtbibliothek ist der wichtigste Bildungs- und Kulturbetrieb, den die Stadt Bremen hat”.

Das sagte Claas Rohmeyer, Fraktionssprecher der CDU für Kultur, Medien und kirchliche Angelegenheiten am 25.01.2022 bei buten un binnen.

Diese Haltung wünschen wir uns auch von den Politikern in Bremerhaven für unsere Stadtbibliothek!

Aktuelles …

Nachdem der Leseclub im Januar sehr gut besucht war, freuen sich die Moderatoren Gundolf Herder und Jürgen Stock auf das nächste Treffen
am 03. Februar 2022 um 17:00 Uhr in der Stadtbibliothek.

Es wird über das Buch “Blaupause” von Theresia Enzensberger gesprochen.

Buchcover © dtv Verlag

Der Lesetipp im Dezember beschert uns “Glück”.

Sonja Riker (2010): Suppenglück. Ein Suppenkochbuch von Sonja Riker, Verlag Antje Kunstmann, 176 S.

©Verlag Antje Kunstmann GmbH, München 2010

Kann es an diesen trüben, nasskalten, nebeligen Dezembertagen – außer vielleicht einer Wärmflasche 😉 – etwas Besseres geben als eine warme Suppe? Diese Frage kann nur mit einem ganz entschiedenen “Nein!” beantwortet werden.

Und somit kommt Sonja Rikers Suppenkochbuch gerade richtig, denn sie gibt ihre wunderbaren Rezepte – vielfach erprobt in ihrem Suppenladen in München-Schwabing – erfreulicherweise an uns weiter.  Kurze Einführungstexte mit originellen Überschriften wie Energiespender, Seelentröster, Glücksbringer oder Alleskönner gliedern die verschiedenen Kapitel. Alle Zutaten sind in einem gut sortierten Supermarkt erhältlich, die Anleitungen zudem gut verständlich, es finden sich sowohl einfache als auch raffinierte Rezepte, die Toppings bringen das gewisse Etwas und eröffnen ganz neue Geschmackserlebnisse. Was also will die Suppenliebhaberin oder der Suppenliebhaber mehr?
Das ganze Buch strahlt Wärme, Freude am Essen und Lust am Kochen aus, und das Gute ist, Sie finden es auch in der Stadtbibliothek!

Meine absolute Lieblingssuppe – von der auch Gäste immer wieder angetan sind – ist Tom Ka Gai mit Zitronengras, Chili und Huhn auf S. 58.

Esther Lindenau

Hier das Rezept mit freundlicher Genehmigung des Verlages Antje Kunstmann:

Tom Ka Gai mit Zitronengras, Chili und Huhn

Der Laden-Topseller und Partyrenner: Wir haben noch niemanden erlebt, der diesen „Alleskönner“ nicht als wahres Suppenglück empfunden hätte!

Für vier Personen

40 g frischer Ingwer
1 bis 1½ EL gelbe Curry-Paste
½ frische Chilischote
2 Stängel Zitronengras
Saft einer ½ Zitrone
2 EL Öl zum Andünsten
4 Hühnerbrustfilets
1 l Kokosmilch, ungesüßt
¼ l Gemüse- oder Hühnerbrühe
Salz nach Geschmack
200 g frische Champignons
1 Bund frisches Koriandergrün

Ingwer schälen und fein hacken, Chilischote (Handschuhe!) entkernen und ebenfalls fein schneiden. Zitronengras andrücken und alle drei Zutaten bei mittlerer Hitze in Öl andünsten. Die Curry-Paste unterrühren, damit eine homogene Masse entsteht. Das Hühnerfilet in mundgerechte Stücke schneiden und in den Topf geben, das Fleisch in der Gewürzpaste wenden. Mit Brühe und Kokosmilch aufgießen und aufkochen. Sobald die Suppe kocht, vom Herd nehmen und ein paar Minuten lang ziehen lassen. Champignons fein blätteln, in die Suppe geben, alles auf Tellern anrichten und mit Koriandergrün bestreut servieren.

Guten Appetit!

Der Lesetipp im November lässt uns in die Welt der Ojibwe im imaginären Reservat Little No Horse eintauchen.

Louise Erdrich (2019): Die Wunder von Little No Horse, Aufbau Verlag, 509 S.

Buchcover © Aufbau Verlag

Ein hundertjähriges Leben wunderschön erzählt, eine pralle Geschichte von Liebe, Mord, Verlust, naivem Glauben in den Papst, sehr schöne Beschreibung von Sexualität … Tragisch und komisch.

Die 20jährige Agnes wird Nonne, flieht, verbündet sich mit einem respektvollen Farmer, der ermordet wird. Sie verwandelt sich in Father Damien und tritt dessen Missionsstelle in einem armen, kalten, entlegenen Indianerreservat namens Little No Horse an (1912). 
Er kann fragen und vor allem zuhören – lässt sich erzählen von der Kultur der Ojibwe – alles ist ihm fremd. Er lernt ihre Rituale, ihre moralischen Vorstellungen, ihre Entwürdigung durch die Weißen kennen und schließlich sogar ihre Familienstrukturen. Er teilt ihr Leben, ihren Hunger, und erstaunt sie genauso wie sie ihn. Father Damien/Agnes entwickelt seine Männer-Rolle und übt sich darin. Nachts ist sie Agnes, am Tage Father Damien. Er erlebt Betrug und Seuchen durch die Weißen und die eigene Annäherung an die Welt der Anishinaabeg.

Eines Tages kommt ein weiterer Priester zu Gast, um von Father Damien den Umgang mit den Eingeborenen zu lernen, und Agnes verliebt sich, will aber nicht wieder fliehen, sondern als Priester bleiben. Eine Frau kann kein Priester sein! Sie quält sich mit ihrer Entscheidung, lernt die Schwitzhütte kennen und fängt wieder an, auf dem Klavier zu spielen.  

Father Damien nähert sich den O mithilfe seines Freundes Nanapush immer weiter an, der längst erkannt hat, dass sie eine Frau ist, dies aber nicht verbreitet. So erfährt sie nach und nach die Geschichte der Dorfbewohner*innen, ihre sonderlichen Verhaltensweisen, ihre teils philosophischen, teils hilflosen Lösungen. Er entwickelt kreative Bußen für die gebeichteten Vergehen. Von ihm können alle Vergebung erwarten. Gleichzeitig erlebt er ein riesiges Spektrum an als katholisch angesehenen Verhaltensweisen. Immer wieder muss er/sie sich selbst verorten und lebt nun zwei Traditionen. Und immer wieder schreibt er Briefe an den Papst mit der Bitte um Klärung.

Jahrzehnte später taucht Father Wekkle erneut auf, todkrank und stirbt in ihrer Nähe nach wiederum langen Gesprächen. Father Damien in nun fast 100 Jahre alt, der Körper ist wenig beweglich, aber der Flügel und Chopin sind sein/ihr Trost. Father Jude kommt, um zu klären, ob ein Gemeindemitglied heiliggesprochen werden soll. Interviewt Father Damien, der sich auch hier in der Komplexität und Widersprüchlichkeit der Realität zurechtfinden muss.

Und schließlich fährt er in einem Boot hinaus auf den See …

Eine Moral? Wenn der Zufall uns eine Chance ins Leben bringt, müssen wir beherzt zugreifen.

Und wir spüren als Leser*innen die tiefe Liebe der Autorin zu ihren Figuren.

Wolfgang Peters

Aktuelles!

Foto: privat

Der Bücherflohmarkt am Samstag, 13.11.21 war ein voller Erfolg! Er wurde rege besucht, die Einkaufskörbe waren gut gefüllt, das Wiegen klappte wie am Schnürchen 🙂

Foto: privat
Foto: privat

Der Leseclub trifft sich wieder!

Wie schön: „Julian“ ist da.

Foto © Stadtbibliothek

Endlich sind alle Möbel geliefert worden, die wir über die Stiftungsgelder von “Town Country” beschafft haben. Damit konnte nun der Wunsch vieler Eltern und Kinder, dass wir auch Stühle in Kinderhöhe mit passendem Tisch haben, erfüllt werden. Die Plastikstühlchen heißen „Julian“ und die kleinen Kinder lieben sie.

Der Lesetipp im Oktober erzählt von einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte.

Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz, Joachim Seng ( 2017):

Monsieur Göthè

Goethes unbekannter Großvater,

Die Andere Bibliothek, 480 S.

Buchcover © Die Andere Bibliothek

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) geht in seiner Autobiographie “Dichtung und Wahrheit” ausführlich auf seine Vorfahren mütterlicherseits ein, besonders auf seinen Großvater Johann Wolfgang Textor (1693-1771). Von seinen Vorfahren väterlicherseits ist kaum einmal die Rede. Dabei stammt der Reichtum des Dichterfürsten und seiner Nachkommen hauptsächlich von diesem Großvater, Friedrich Georg Göthe (1657-1730), der aus einer Familie von Handwerkern kommt. Der Sohn eines Hufschmieds wurde Schneider, ging mit 17 Jahren auf die Walz und wanderte zwölf Jahre als Schneidergeselle durch Deutschland und Frankeich. Er durchquerte zunächst Mittel-und Norddeutschland und ließ sich dann vier Jahre in Lyon nieder, dem damaligen Weltzentrum der französischen Seiden- und Modeindustrie. Dort fügte er seinem Namen einen Accent aigu hinzu und nannte sich fortan Göthé. Erst sein Sohn Johann Caspar (1710-1782), Goethes Vater, latinisierte den Namen in Goethe.

1686 ging Friedrich Georg Göthé nach Frankfurt, heiratete die Tochter eines Schneidermeisters und konnte so Frankfurter Bürger und Zunftmeister werden. Er startete eine außerordentlich erfolgreiche Karriere als Damenschneider, belieferte die Frankfurter Patrizier z.B. den Darmstädter Landgrafenhof und erwarb großen Wohlstand. Amüsant liest sich das Kapitel über den Prozess des Großvaters gegen Goethes Ururgroßvater Textor, weil dieser die Kleiderrechnungen seiner geschiedenen Frau nicht bezahlt hatte. Textor starb über diesem Prozess, und der Großvater blieb auf seinen Kosten sitzen. Über diesen Prozess gibt es eine herrliche CD, im schönsten Hessisch gebabbelt.

1705 heiratete der Witwer die Wirtin des vornehmen Gasthofs “Weidenhof” auf der Zeil und aus dem Schneidermeister wurde ein Gastwirt. Diese begüterte Dame war auch die Besitzerin der zwei Häuser am Hirschgraben, die Goethes Vater zu einem kleinen Stadtpalast umbauen ließ, in dem seine beiden Kinder geboren wurden. Der Großvater starb 1730, und die gedruckt erhaltene Grabrede ist eines der wenigen Dokumente, die Auskunft zu seinem Leben geben können.

Das Buch liest sich spannend und kurzweilig zugleich. Wer glaubt, über Goethes Leben einigermaßen Bescheid zu wissen, wird hier allerhand Neues finden.

Prof. Dr. Manfred Mörl

Der Lesetipp im September vermittelt einen Eindruck in die Arbeitsweise der Ethnologie Anfang der 1930er Jahre – und um die Liebe geht es auch.

Lily King (2015): Euphoria, C.H. Beck, 259 S.

Buchcover © C.H. Beck Verlag

Eines vorweg:  Auch wenn starke Bezüge zum Leben und Forschen der berühmten Ethnologin Margaret Mead (1901-1978), die über die Sexualität bei südpazifischen Kulturen forschte,  unübersehbar sind – die Geschichte ist fiktiv. Gleichwohl hat die Autorin sorgfältig zum Thema recherchiert und benennt ihre Quellen im Kapitel Danksagung.

Worum geht es? Die berühmte amerikanische Ethnologin Nell Stone befindet sich mit ihrem Ehemann Fen auf Forschungsreise in Neuguinea. Dort treffen sie 1932 auf den Briten Andrew Bankson, ebenfalls Ethnologe. Sie entschließen sich, zu Dritt weiter zu forschen. Alle drei haben unterschiedliche Ansätze bei ihrer Arbeit. Während Nell sich den Menschen empathisch und vorsichtig nähert und Bankson eher die Beobachterrolle einnimmt, taucht  Fen dagegen in das Stammesleben ein. Darüber hinaus  hat er große Probleme mit der Berühmtheit seiner Frau. Diese Konstellation birgt schon für sich genommen ein nicht unerhebliches Konfliktpotential. Als Bankson sich in Nell verliebt und sie sein Begehren erwidert, verstärken sich die Spannungen um ein Vielfaches, und es entwickelt sich eine fatale Dreiecksbeziehung.

Auch wenn sich die Geschichte ein wenig banal anhört, hat Lily King doch einen sehr empfehlenswerten Roman verfasst, der nicht umsonst mit dem Kirkus Prize ausgezeichnet und von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt wurde. Es gelingt ihr, mit ihren Schilderungen, einen Einblick in die gefährliche, beschwerliche und kräftezehrende Arbeit der Feldforschung zu geben. Der Erkenntnisgewinn ist hoch, die Lektüre nie langweilig und man wird animiert, sich einmal mit den Arbeiten  Margret Meads zu beschäftigen. Die Spannung entsteht sowohl aus den privaten wie auch beruflichen Problemen der drei Ethnologen, durch deren unterschiedliche Charaktere King eine großartige Dramatik schafft, die einen von der ersten bis zur letzten Seite mitzieht. Darüber hinaus berührt die Tragik dieser Dreiecksgeschichte, und man ist wirklich froh, dass die echte Margaret Mead glücklicher wurde.

Esther Lindenau

Das Buch gehört zum Bestand der Stadtbibliothek!

Großer Auftritt für die Literatur

Die Stadtbibliothek und ihre Kooperationspartner – darunter auch der Freundeskreis der Stadtbibliothek – laden zum 12. Literarischen Herbst ein.

Vom 10. bis 27. September sind drei Autorinnen und ein Autor in der Stadtbibliothek zu Gast, die aus ihren preisgekrönten Romanen vorlesen werden.
Wie gewohnt wird jede Lesung von einer „Lesepatin‟ begleitet.

Zum Auftakt der Veranstaltungen tragen Sabine Urban und Dirk Böhling am Freitag, 10. September, 20 Uhr humorvolle und scharfsinnige Gedichte und Texte von Mascha Kaléko und Erich Kästner vor. Der Pianist Hans-Jürgen Osmers ergänzt die Lesung mit romantischer Klaviermusik.

Sabine Urban Foto:Anya Zuchold
Dirk Böhling
Foto: Anya Zuchold

Der literarische Reigen wird am Montag, 13. September, 19 Uhr von der Kulturwissenschaftlerin Olivia Wenzel eröffnet. Sie stellt ihren preisgekrönten ersten Roman „1000 Serpentinen Angst‟ vor. Eine junge Frau besucht ein Theaterstück über die Wende und ist die einzige schwarze Zuschauerin im Publikum. Mit ihrem Freund sitzt sie an einem Badesee in Brandenburg und sieht vier Neonazis kommen. In New York erlebt sie den Wahlsieg Trumps. Herzergreifend, vielstimmig und mit Humor schreibt Olivia Wenzel über Herkunft und Verlust, über Lebensfreude und Einsamkeit und über die Rollen, die von der Gesellschaft einem zugewiesen werden (Verlagstext).
Moderation: Jutta Schmidt, Verein für Literatur und Politik.

Olivia Wenzel Foto:Juliane Werner

Am Dienstag, 21. September folgt dann der Niederländer Mathijs Deen mit seinem Roman „Der Schiffskoch‟. Statt die Weltmeere zu bereisen, fristet die Crew des Feuerschiffs Texel ein Leben an der Ankerkette. In der Alltagsroutine bilden die ausgefallenen Gerichte des verschrobenen Schiffskochs die einzigen Lichtblicke. Doch das Ziegenböckchen, das der Koch als Hauptzutat seines nächsten Menüs lebendig mit auf das Schiff bringt, setzt eine unerwartete Dynamik in Gang (siehe auch auf dieser Website „DerLesetipp im August‟).
Moderation: Dorothee Starke, Leiterin des Kulturamtes Bremerhaven.

Mathijs Deen Foto: Merijlin Doomenik

„Ich bin eigentlich Lyrikerin, doch dieser Matuschek war eine Figur, von der ich dachte, der kann ich eine Geschichte geben“, so Kerstin Preiwuß im Interview. Dass sie ihm, dem 40-jährigen Matuschek, dem nach dem Tod der Mutter das Leben allmählich entgleitet, eine glaubwürdige Geschichte gegeben hat, zeigt sie in „Nach Onkalo“. Lakonisch erzählt Preiwuß vom Überlebenskampf ihres oft sprachlosen Protagonisten und stellt uns die Welt der Abgehängten am Freitag, 24. September, 19 Uhr in Nahaufnahme vor.
Moderation: Dr. Beate Porombka, Jeanette Schocken Verein.

Kerstin Preiwuß Foto: Jorinde Gersina

Das Finale gestaltet am Montag, 27. September die Münchnerin Ronya Othmann mit ihrem Romandebüt „Der Sommer‟. Das Dorf liegt in Nordsyrien, nahe zur Türkei. Jeden Sommer verbringt Leyla dort. Sie riecht und schmeckt es. Sie kennt seine Geschichten. Sie weiß, wo die Koffer versteckt sind, wenn die Bewohner wieder fliehen müssen. Dringlich und berührend, wie mit aufgerissenen Augen, erzählt Ronya Othmann vom Leben im Angesicht der Auslöschung – um sich ihr zu widersetzen.
Moderation: Lena Prötzel, Landeszentrale für politische Bildung, Außenstelle Bremerhaven.

Ronya Othmann
Foto: Cihan Cakmak

Die Stadtbibliothek hat für die Veranstaltungsreihe ein Hygienekonzept ausgearbeitet. „Wir sind froh, auch in diesem Jahr bereits im September unseren Literarischen Herbst durchführen zu können. Wir hoffen, dass wir die Fenster während der Lesungen geöffnet halten können und wir haben nun auch einen Luftfilter im Veranstaltungsraum.“, freut sich die Leiterin der Stadtbibliothek Elke Albrecht. Durch die notwendigen Abstände stehen weniger Plätze als sonst zur Verfügung. Zudem wird keine Abendkasse angeboten, daher müssen die Karten spätestens am Veranstaltungstag bis 17.30 Uhr abgeholt werden. Es werden Kontaktdaten erfasst, ebenso ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vom Eingang bis zum Platz und beim Verlassen des Platzes Pflicht. Einlass ist 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.
Wo: Stadtbibliothek Bremerhaven, Bürgermeister-Smidt-Straße 10, Hanse Carré, 2. Etage
Wann: 19:00 Uhr
Eintritt: 8,-/erm. 6,00 Euro

Eintrittskarten gibt es nur im Vorverkauf in der Stadtbibliothek

Reservierungen unter der Telefonnummer 0471 /590 2555 oder per Mail an stadtbibliothek@magistrat.bremerhaven.de.
Die Karten müssen spätestens am Veranstaltungstag bis 17:30 Uhr abgeholt werden.


Der Lesetipp im August stimmt schon einmal auf den 12. Literarischen Herbst in der Stadtbibliothek ein.

Mathijs Deen (2021): Der Schiffskoch, mare Verlag, 112 S.

Buchcover © mare Verlag

Die Mannschaft auf der Texel ist keine gewöhnliche Mannschaft – die Texel ist eben auch kein gewöhnliches Schiff. Sie ist ein Feuerschiff, das vor der niederländischen Küste vor Anker liegt. Das ist nicht unbedingt das Leben, das man sich als Seemann vorstellt und führt zu einigen seltsamen Verhaltensweisen. Insbesondere der Schiffskoch Lammert scheint eine sehr eigene Persönlichkeit zu sein. Sein ganzer Lebensinhalt besteht darin, die Crew mit immer wieder neuen Kreationen aus der Kombüse zu überraschen. So kommt er auf die Idee, eine indonesische Spezialität zu zaubern, deren entscheidende Zutat das Fleisch eines jungen Ziegenbocks ist.

Kurzerhand kauft er beim nächsten Landgang der Bäuerin Beitske ein Böckchen ab, das noch ein wenig wachsen muss, aber dann… Mit dem Argument, dass es sich um „Vorrat“ und nicht um ein lebendes Tier, das an Bord verboten ist, schmuggelt er es auf die Texel. Fortan begleitet das Klappern seiner kleinen Hufe das Leben an Bord und bringt die gewohnten Abläufe durcheinander.

Tiefe bekommt die Geschichte durch die nur angedeutete Lebensgeschichte des Schiffskoch Lammert, den in seinen Alpträumen die Erinnerungen an seine Jugend in Indonesien heimsuchen. Die geradezu poetischen Aufzeichnungen des Matrosen Gerrit Snoek zu Wind, Wetter und Zustand des Meeres geben dem Büchlein noch eine ganz eigene Farbe.

Ein skurriler, liebenswerter Lesespaß für einen Sonntagsnachmittag auf dem Sofa – die gut 100 Seiten lesen sich in einem Rutsch.

Dorothee Starke

Tipp: Das Kulturamt hat Mathijs Deen zu einer Lesung im Rahmen des Literarischen Herbstes am 21. September eingeladen.

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