
Wie zerbrechlich das Leben sein kann, darauf verweist schon der Titel des Debütromans der Journalistin Dorothee Krings: „Tage aus Glas„. Sie versetzt die Zuhörer:innen bei ihrer Lesung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Freundeskreises in die Zeit um 1900 in die Welt der Glasbläser im rheinländischen Gerresheim. Diese hatten sich seinerzeit mit den streikenden Kollegen an der Weser solidarisiert und ebenfalls zum Streik aufgerufen. Ein riskantes Unterfangen, denn damit riskierten sie ihre gesamte Existenz. Im Zentrum des Romans stehen allerdings nicht die Männer sondern Dorothee Krings entfaltet die Handlung anhand zweier Frauen, die gensätzlicher nicht sein können. Gemeinsam haben beide, dass sie aus ihrem gesellschaftlich vorgezeichneten Weg ausbrechen und ein selbstbestimmtes Leben führen wollen. Dorothee Krings gelingt es, ein differenziertes Bild der beiden Protagonistinnen zu zeichnen. „Die Bilder im Kopf, die beim Vorlesen entstehen, sind noch eindrücklicher als die historischen Dokumente“ schreibt Anne Stürzer in ihrer Reszension in der Nordsee-Zeitung vom 08.12.2025. Also – unbedingt lesen, auch als Weihnachtsgeschenk geeignet!
Dorothee Krings:“Tage aus Glas“, Harper Collins, 304 Seiten, 24 Euro